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Neue Beine für Asja
19.05.2009: „Tschernobyl-Kinder in Not e.V.“ und die VitalCentrum Hodey AG helfen behindertem Mädchen aus Russland
Asja Kujeleva hat wache, braune Augen, trägt einen Pferdeschwanz und tuschelt mit ihrem besten Freund Sergej. Auf den ersten Blick macht das Mädchen aus Russland den Eindruck eines ganz normalen Teenagers. Erst als die 13-Jährige zur Begrüßung etwas unsicher von ihrem Stuhl aufsteht und den Arm ausstreckt, wird klar, warum das Mädchen im VitalCentrum Hodey in Kamp-Lintfort ist: Asja hat weder Unterschenkel und Füße noch Unterarme und Hände. Doch Asja lächelt - sie hat jetzt „neue Beine“ in Form moderner Laufprothesen.
Seit gut dreieinhalb Wochen ist sie zusammen mit ihrer Mutter Swetlana und dem besten Freund Sergej am Niederrhein. Sie wohnt bei Ute Holloh, der ersten Vorsitzende des Vereins „Tschernobyl-Kinder in Not e.V. Dingden-Drevenack-Hamminkeln“. „Wir haben Asja bei einem Hilfstransport kennengelernt, als sie erst ein paar Monate alt war“, erinnert sich Holloh. Der Verein hat in diesem Sommer mit Hilfe der „Katholischen Arbeiternehmer-Bewegung“ (KAB) Spenden für Asjas rund 8500 Euro teuren Prothesen gesammelt - insgesamt 5000 Euro. Die restlichen Kosten übernimmt die VitalCentrum Hodey AG.
Bislang trug Asja Fußprothesen, die sie ebenfalls durch Hilfe aus Deutschland bekam. Peter Kamp, Orthopädiemeister der VitalCentrum Hodey AG hat sie vor vier Jahren für Asja gefertigt. Damals war sie zum ersten Mal am Niederrhein. Peter Kamp hat sich auch um die „neuen Beine“ für Asja gekümmert. In den vergangenen Wochen war die 13-Jährige mehrere Male bei ihm in der Hodey-Niederlassung in Moers. Er hat Abdrücke von den Stümpfen der Oberschenkel genommen und ein weiches Kunststoffbett hergestellt, das nun in einem starren Schaft steckt. Beides dient als Halterung für Asjas Oberschenkel und ist mit den Laufprothesen verbunden - einem dem menschlichen Bein nach empfundenen Konstrukt aus Aluminium und Titan, inklusive künstlichem Kniegelenk und modernem Prothesenfuß. „Binnen einer halben Stunden hat sie die ersten eigenständigen Schritte mit den Prothesen gemacht“, sagt Peter Kamp. „Das ging bei ihr wirklich beeindruckend schnell.“ Rund 40 Zentimeter ist Asja mit den Prothesen nun größer.
Die neuen Laufprothesen bedeuten für Asja auch neue Möglichkeiten, besonders für mit Blick auf die Zukunft des Teenagers. „Vielleicht wird Asja mal mit Computern arbeiten“, hofft zumindest Mama Swetlana. Arm- und Handprothesen benötigt sie dazu nicht – wie beim Essen, Anziehen oder Schreiben hat Asja zur Bedienung einer Tastatur ihr eigenes System entwickelt. Am 12. Juli geht es wieder zurück nach Starodub, wo Asja, rund 200 Kilometer vom Katastrophenreaktor Tschernobyl entfernt, lebt. Zu Hause warten bereits die Freundinnen gespannt auf die Rückkehr des Mädchens mit den neuen Beinen. Und auf Asja wartet der Besuch der 8. Klasse - aus einer ganz neuen Perspektive.


Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie hier:
www.rp-online.de/public/article/regional/niederrheinnord/moers/nachrichten/kamp-lintfort/457161
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